Bebauungplan Minoritenplatz in der Kritik

Foto: Gottfried Evers
Kaum war der Bebauungsplan Westliche Unterstadt 1-279-1 öffentlich ausgelegt, da stand er schon unter massiver kritik. Der Klever Einzelhandelsverband KVN, der Klevische Verein und die CDU meldeten sich mit Stellungnahmen. Auch die Grünen sind nicht begeistert.

Minoritenplatz-Center schon vor dem Aus?

Kleve (9.6.2012). Es hätte so schön sein können: Endlich hatte die Stadt Kleve einen Investor für den Minoritenplatz gefunden, doch schon werden die Pläne öffentlich niedergemacht. Steht das Projekt schon wieder vor dem Aus? Die CDU befürchtet das und die Grünen haben sich bereits schon mit der Frage des Scheiterns der Pläne beschäftigt.

Nach Kurier-Informationen plant die Sontowski & Partner Group aus Erlangen ein 7.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum auf dem Minoritenplatz. Als Mieter sind neben einem Unterhaltungselektroniker noch ein Supermarkt und ein Drogeriemarkt vorgesehen.

Kritik an Mietermix, Geschosshöhe und Länge

Nachdem der Kurier auf seiner Webseite die Kritik des Klever City Netzwerks öffentlich machte, sind nun so viele kritische Stimmen laut geworden, dass vielleicht schon das ganze Projekt auf der Kippe steht. Kritisiert wird der Mietermix, die Geschosshöhe, das angeblich 120 Meter lange Gebäude und die Höhe. Die CDU Kleve befürchtet schon, dass der Investor abspringt. „Wenn wir das jetzt nicht hinbekommen, ist Schluss – ein neuer Anlauf würde Jahre dauern“, sagt Kleves CDU-Chef Jörg Cosar. Dabei übt auch die CDU Kritik. Sie will mit allen Mitteln verhindern, dass unter Umständen Saturn die Neue Mitte verlässt und in das Center am Minoritenplatz zieht. „Dann würde die Innenstadt nach nach dem Kaufhof aufhören und die Geschäfte in der Mittel- und Oberstadt könnten zumachen, sagt Fraktionschef Udo Janssen. Da die Stadt Eigentümer des Grundstücks ist, will die CDU notfalls in den Kaufvertrag ein Verbot für die Ansiedlung eines Unterhaltungselektronikhandels reinschreiben. Auch den Supermarkt sieht die CDU mehr als kritisch. Ihr schwebt eher ein Einkaufszentrum mit einem großen Drogeriemarkt, einem Feinkosthändler, einem großen Bekleidungsgeschäft und mehreren kleinen Geschäften vor. Ob der Investor seinen Plan ohne Supermarkt und Elektrogeschäft überhaupt realisieren kann, weiß die CDU auch nicht.

Keinen Klotz in der Innenstadt

Das Klever City Netzwerk (KCN) kritisert eine angebliche Klotz-Bebauung des Minoritenplatzes. „Wir befürchten, dass ein zu großes Bauvolumen auf dem Minoritenplatz die Maßstäblichkeit der Stadt zerstören würde“, schreiben Susanne Rexing und Jörg Hopmans vom KCN an Bürgermeister Brauer. Unverständlich ist ihnen auch die Ansiedlung des Supermarktes in dem Center, der kein „Shoppinginteresse“ wecken würde.

Grüne für kleinteilige Bebauung

Die Grünen haben sich angeblich bereits positioniert. Sie lehnen das Projekt mittlerweile ab. Sie pochen darauf, dass die ursprünglich kleinteilige Bebauung realisiert wird und dort vor allem neue Geschäfte angesiedelt werden sollen. Michael Bay von den Klever Grünen erklärte, was passiert, wenn dafür kein Investor gefunden wird: „Dann wird der Platz eben nicht bebaut. Sparen wir viel Geld mit.“


Olaf Plotke
, Kurier am Sonntag, Kleve 09.06.2012

Aufmacher der Rheinischen Post vom 06.06.2012

INFOS

– Hier finden Sie den Bebauungsplan Westliche Unterstadt vom April 2012

– Hier finden Sie den Bebauungplan – Textteil

– Hier finden Sie das Cima-Einzelhandelsgutachten zur Bebbaung

– Hier finden Sie die Stellungnahme des Klevischen Vereins v. 04.06.2012

– Hier finden Sie den Kommentar von Matthias Grass aus der RP v. 06.06.2012

Grass: „Kein Multi durch die Hintertür“

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