Verkehrsplanung in Kleve
Statement zur Kommunalwahl 2004
Probleme
- Kleve hat sich entlang einer Achse entwickelt, die mit dem Verlauf der Großen Straße von Kellen bis Materborn führt. Verkehrsstatistiken belegen das ein-deutig an Hand von Verkehrsstrommessungen. Auch der Klever Einzelhandel hat sich so entwickelt, was die Staus auf den Umgehungen (Gruft, Klever Ring) jeden Tag bezeugen. Durch die Minoritenplatzbebauung und die Abkopplung ganzer Stadtabschnitte vom Verkehrsstrom droht die interessante Vielfalt des Klever Einzelhandels von Kellen bis Materborn verloren zu gehen.
- Durch zu große Transporteinheiten mit zu niedriger Taktfrequenz in der Innenstadt stößt der öffentliche Nahverkehr z.Zt. in Kleve auf wenig Akzeptanz.
- Da die Anbindung ländlicher Gemeinden z.Zt. noch bundesweit im ÖPNV schwierig ist, sind deren Bewohner noch immer auf den PKW angewiesen, wenn sie in die Stadt wollen. Durch Verkehrssperrungen sind sie als erste betroffen.
- Die Planung der Radwege in Kleve ist z.Zt. noch sehr unvollkommen und bewirkt teilweise eine Entstehung neuer Gefahrenschwerpunkte. Wenn Verbesserungen versucht werden, wählt die Stadt im Moment sehr kostenintensive Varianten.
- Die Stadt schiebt das Problem Ortsumgehung Kellen seit Jahren vor sich her.
Lösungen
- Die Grünen fordern als Ergänzung zum Stadtbussystem eine Citylinie von Kellen (Höhe Famila) bis Materborn (Dorfstraße). Dieses System sollte betrie-ben werden mit z.B. Niederflurbussen mit ca. 13 Sitz- und 10 Stehplätzen mit Gasantrieb oder ggf. elektrischem Radnabenantrieb oder Wasserstoffbrenn-stoffzellen (z.Zt. in der Erprobung). Die Taktfrequenz sollte mindestens bei 15 min., besser bei 10 min. liegen. Die Anbindung an das Umfeld sollte über ein Park- and- Ride – System mit Parkplätzen und Radständern an den Eck-punkten und einigen Stellen im Verlauf der Linie erfolgen. Die Tarife sollten niedrig sein (evtl Nulltarif wie in Steyr oder Leyden), ggf. könnte man mit dem Einzelhandel über eine Fahrpreisrückerstattung bei Einkauf einig werden. Be-treiber könnte ein städtisches Unternehmen sein, in das die NIAG, ggf. auch örtliche Busunternehmer, eingebunden wären. Diese Linie würde den tatsächli-chen Verkehrsströmen in Kleve gerecht und ermöglicht eine Anbindung an-stelle einer Abkopplung des Einzelhandels in Kellen , an der Hoffmannallee und in Materborn.
- Bei der Konzeption des Klever Radwegenetzes sollte das „Know – How“ unserer niederländischen Nachbarn sowie der örtlichen Initiative besser eingebunden werden, um im Rahmen einer Gesamtkonzeption zu bürgernahen, kostengünstigen und ungefährlichen Lösungen zu kommen.
- Trotz der u.E. verkehrberuhigenden Wirkung der Citylinie sollte der Ausbau der Ortsumgehung Kellen zügig vorangetrieben werden, um den Bürgern in Kellen schnellstens Entlastung zu bieten.
- Die Grünen begrüßen ausdrücklich die Pläne in Kleve zur Bereitstellung von Bestelltaxis für Jugendliche, möchten dieses System aber ausdehnen auf breitere Bevölkerungsschichten.
- Die Grünen fordern Zurückhaltung bei der Planung von Tiefgaragen. Außer Sicherheitsaspekten sprechen auch noch andere Gründe dagegen, wie z.B. die Unterhaltskosten, die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung und die im Unterstadtbereich wegen des Wasserstandes hohen Erstellungskosten.























