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18. August 2015

Neue Ideen für besseren Radverkehr


Wiltrud Schnütgen und Detlev Koken haben für Kleve eine Bürgerkampagne gestartet: Wie macht man Kleve sicherer für den Radfahrer? Es gibt immer noch zahlreiche Kleinigkeiten zu verbessern.
Abgelegt unter: Verkehr, Kultur und Tourismus

Wiltrud Schnütgen und Detlev Koken setzen sich für einen besseren Radverkehr in Kleve ein. Foto: Andreas Gebbink NRZ

Wiltrud Schnütgen ist leidenschaftliche Radfahrerin. Auch wenn es in Strömen regnet oder die Sonne unerbittlich brennt, die Grünen Politikerin ist immer mit ihrem Elektro-Fahrrad in der Stadt zu sehen. Sie geht mit einem guten Beispiel voran, wenn es darum geht, Kleve ein bisschen fahrradfreundlicher zu machen.

Gemeinsam mit der Stadtverwaltung hat die Politik das Radverkehrskonzept auf den Weg gebracht und bereits viele Dinge umgesetzt. Doch geht es nach Schnütgen und Detlev Koken, könnte noch viel mehr, viel schneller geschehen. Eine neue Bürgerkampagne ruft dazu auf, Punkte im Straßenverkehr zu benennen, die man für Radfahrer verbessern kann.


Nervige Kreuzungen



Wiltrud Schnütgen kann auf Anhieb mehrere kleine Punkte benennen, die sie als Radfahrerin stören. So befindet sich auf der Hoffmannallee in Höhe des EOC die Ampelanlage mitten auf dem Radweg – das muss nicht sein. An der Hagschen Straße hört der Radweg an der Fahrbahn für Autofahrer auf: „Besser wäre es, wenn ein roter Streifen die Radfahrer auf die Fahrbahn geleitet“, sagt Schnütgen. Es gibt in Kleve zig Kreuzungen, die für Radfahrer sehr ungünstig sind, weil man mitunter bis zu drei Ampelphasen durchlaufen muss, um die Straße auf einen anderen Radweg zu überqueren. Beispiele seien die Kreuzungen am ehemaligen Hotel Cleve oder an der Uedemer Straße/Albersallee. „Das nervt kolossal“, sagt Schnütgen. So schließt der neue Radweg an der Albersallee nicht an den Radweg Uedemer Straße an.



Eine ganze Reihe dieser Maßnahmen und Problempunkte hat man nun aufgelistet, um daran zu arbeiten: „Uns ist ganz wichtig, dass die Fahrradkampagne nicht als Protestkampagne verstanden wird. Sondern wir wollen die Stadt in ihrer Arbeit unterstützen“, sagt Detlev Koken. Die Initiativnehmer sind froh darüber, dass man mittlerweile in der Stadtverwaltung ein offenes Ohr für Radfahrer-Fragen hat. Mit Pascale van Koeverden gebe es eine Frau, die sich wirklich um die Themen kümmere, sagt Wiltrud Schnütgen. Denn gerade bei Verbesserungen im Straßenverkehr gilt es mit zahlreichen Ämtern und Fachbereichen Rücksprachen zu halten.



Wiltrud Schnütgen möchte, dass sich im Verkehrsausschuss eine öffentlich-tagende Arbeitsgruppe bildet: „Die Bürger müssen an diesem Konzept beteiligt werden“, sagt Schnütgen. Denn das größte Problem, sei nicht die Akzeptanz der Autofahrer, sondern das Nicht-Wissen der Verkehrsteilnehmer.


Was ist eine Fahrradstraße?



So gibt es in Kleve zwar bereits mehrere Fahrradstraßen, aber kein Verkehrsteilnehmer könne etwas damit anfangen. Wie verhalte ich mich als Autofahrer in einer Fahrradstraße? Welche Rechte besitzt der Radfahrer? „Wenn ich auf der Kapitelstraße entgegengesetzt zum Verkehr fahre, dann heißt es doch eher: Die dumme Kuh fährt verkehrt in der Einbahnstraße“, sagt Wiltrud Schnütgen. Hier müsse man noch viel mehr Aufklärung betreiben.



Auch für Kleve kann man sich in Zeiten der E-Bikes Radschnellwege vorstellen. Etwa eine Verbindung zwischen Kleve und Kranenburg entlang der ehemaligen Bahntrassen. Ab Kranenburg gibt es bereits eine Verbindung über Groesbeek nach Nimwegen. Auch die Verbindung zwischen Forstgarten, über Spyckstraße bis zur Flutstraße kann man als Radfahrer schneller als jedes Auto zurücklegen.


Andreas Gebbink, NRZ Kleve, 18.08.2015

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