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8. Juli 2009

Grüne kritisieren Masterplan für neue Agroparks

Die Wirtschaftsförderung des Kreises hat für 150.000 Euro Gutachten vergeben. Gesucht werden Standorte für großdimensionierte Gewächshäuser. Vorgeschlagen wird auch Kleve-Reichswalde.
Abgelegt unter: Umwelt, Wirtschaft
Ute Sickelmann

Keine Stärkung unserer Region

Das phantasievoll und euphorisch vorgestellte Gutachten für drei 50 Hektar große Gewächshausparks entpuppe sich als Landgards neue Kleider, schreiben die Grünen des Kreises Kleve in einer Stellungnahme. Verliere man die Erfurcht vor 180 Seiten angeblicher Wissenschaftlichkeit und analysiere man das Konzept, bleibe von dem Gutachten nur eine Aneinanderreihung von
Behauptungen und Wunschvorstellungen. Die Gutachter blieben jeden Beweis
schuldig, dass das vorgeschlagene Konzept eine Stärkung der Gartenbauregion
Kreis Kleve sei.

Tod der Kleinbetriebe

Das Gutachten verbreite Optimismus, der angesichts niederländischer
Gegenbeispiele nicht gerechtfertigt sei. Es werde die durch nichts bewiesene These aufgestellt, dass nur größere zusammenhängende Betriebsgrößen jenseits der 50 ha betriebswirtschaftlich und zukunftweisend zu führen seien. Die Grünen stellen fest, dies würde im Gegenteil zu massiven Verdrängungseffekten für die kleinen und mittleren Gartenbaubetriebe führen.

Industrielle Massenproduktion

Ute Sickelmann, Landratskandidatin der Grünen:

„Die Argumente zur Stärkung der Gartenbauregion Kleve sind eine Täuschung. Das Konzept dient ausschließlich der Stärkung der Monopolstellung der Vermarktungsfirma Landgard und dem Abgreifen von Subventionen. Es geht einzig und allein um die industrielle Massenproduktion nivellierter Ware, deren Qualität oft zweifelhaft ist."

Niederrhein-Label

Nach Ansicht von Ute Sickelomann bewikrkt das Agro-Projekt des Kreises keineswegs eine Stärkung des Kreises als Gartenbau-Region. Das Gegenteil sei der Fall. In der Regionalisierung liege aber der Schlüssel zum Erfolg. Die Grünen favorisieren die Produktion von hochwertigen Waren unter einem Niederrhein-Label in mittelständischen Inhaber-geführten Betrieben. Dort würden auch mehr und sinnvollere Arbeitsplätze entstehen und auf hohe Qualität geachtet.


Die Zusammenfassung des Gutachtens  "Masterplan Agroparks" der Firma AFC Management Consulting AG vom Juni 2009 für die Wirtschaftsförderung des Kreises Kleve finden Sie hier.


Die Standortmatrix mit den Empfehlungen der Gutachter für die Standorte im Kreis kleve (u.a. Kleve-Reichswalde) finden Sie hier.

Den Bericht des Klever Wochenblattes vom 12.07.09 "Kreisgrüne kritisieren Masterplan für Gartenbaugebiet" finden sie hier.


Einen informativen Bericht und einen Kommentar in der NRZ vom 01.07.2009 zum Agro-Projekt des Kreises finden Sie hier.


Weitere Stellungnahmen der Grünen zum Thema "Wirtschaft" und "Regionalisierung" finden sie hier.