Vogelchutz in der Düffel – Grüne zeigen Verständnis für Unmut bei den Bauern

Als untaugliches Vefahren haben Hermann Brendieck und Michael Baumann den Schutz von Brach- und Wiesenvögeln in der Düffelt kritisiert. Die grünen Landwirtschaftsexperten: „Wir brauchen einen besseren Ausgleich zwischen Natur und Landwirtschaft“.

Streit um den Schutz von Uferschnepfen und Brachvögeln in der Düffel

Die Gebietskulisse der Düffel erstreckt sich im Grenzgebiet zu den Niederlanden über  Kranenburg bis Kleve – Foto: T. Velten

Worum geht es?

Streit um den Schutz von Uferschnepfe und Brachvogel in der Düffel

Im Naturschutzgebiet Düffel brüten die Uferschnepfe und der Große Brachvogel.
Beide befinden sich auf der Liste streng geschützter Arten. Daher gab es hier immer schon Beeinträchtigungen für die Landwirte.

Was das Umweltministerium des Landes NRW und die Kreisverwaltung Kleve sich jetzt aber haben einfallen lassen, geht selbst den Grünen vor Ort zu weit:

Für Landwirte so nicht praktikabel

In Gebieten, wo Uferschnepfe oder Großer Brachvogel vermutet werden, soll erst ein Kartierer die Flächen beobachten und dann der Unteren Landschaftsbehörde seine Erkenntnisse mitteilen. Die ULB entscheidet dann, (während der üblichen Bürozeiten!) ob die Fläche zum Mähen freigegeben wird.

Das zeigt nach Aussage von Michael Baumann-Matthäus, Diplomlandwirt und Grüner Ratsvertreter in Kranenburg, wenig Verständnis von landwirtschaftlicher Praxis. „Wenn der Aufwuchs da ist und der Wetterbericht 2 Tage trockenes Wetter meldet, werden in der Düffel einige Hundert Hektar gleichzeitig gemäht. Soviel Kartierer und Mitarbeiter hat die ULB gar nicht, um eine solche Antragsflut zu bearbeiten.“

Kreis braucht Bereitschaft auch außerhalb der Bürozeiten

Das sieht der Kreisgeschäftsführer der Grünen, Hermann Brendieck, selbst gelernter Landwirt, genau so: „Wenn das entsprechende Wetter da ist, auch am Wochenende, dann muss der Bauer mähen können. Es kann nicht sein, dass dann gewartet werden muss, bis zu üblichen Bürozeiten ein OK aus der Kreisverwaltung kommt“.

Brendieck und Baumann-Matthäus verlangen ein praxistaugliches Verfahren, mit dem Uferschnepfe und Bauern leben können.

Michael Baumann-Matthäus und Hermann Brendieck, 20.03.2012

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Mäh-Verbot: Grüne schreiben an Landrat

Kleverland (cat) Der Kreisverband von Bündnis 90/Grüne hat einen Brief an Landrat Spreen zum neuen Minister-Erlass geschrieben. Der Erlass schreibt vor, dass die Landwirte in der Düffel ihre Flächen ab dem 1. April erst bewirtschaften dürfen, wenn die Untere Landschaftsbehörde des Kreises Kleve sie freigibt. Die Freigabe erfolgt nur, wenn ein vom Kreis bestellter Kartierer weder den Großen Brachvogel, noch die Uferschnepfe, die dort ihre Brutgebiete haben, gesichtet hat (RP berichtete).

Mehr Kartierer einstellen

Grünen-Kreisgeschäftsführer Hermann Brendieck betont in seinem Brief, dass die Landwirte im Naturschutzgebiet Düffel sehr ungehalten über das neue Verfahren seien, da es nicht praxistauglich sei. „Es ist nicht möglich, mit nur einem Kartierer zirka 800 Hektar Fläche zu bearbeiten, und die Landwirte können nicht warten, bis dieser seine Beobachtungen schriftlich an die Untere Landschaftsbehörde weitergibt, damit diese zu üblichen Bürozeiten Entscheidungen fällt“, heißt es in dem Schreiben. Die Grünen fordern Landrat Spreen auf, vor der Mahd mindestens drei Kartierer zu bestellen, die ihre Beobachtungen zeitnah und digital der Unteren Landschaftsbehörde übermitteln.

Bereitschaftsdienst einrichten

Außerdem solle in der Unteren Landschaftsbehörde vom Beginn der Mahd bis zum 15. Juni ein Bereitschaftsdienst eingerichtet werden, der an sieben Tagen in der Woche zu erreichen ist, so die Grünen.

RP 27.03.2012

Michael Baumann, Ratsmitglied Kranenburg
Hermann Brendieck, Kreisgeschäftsführer der Grünen

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